Yellowstone-Caldera: Weltgrößte Geysiransammlung
Yellowstone: Im Reich der Bisons und Geysire
Im Sommer 2025 besuchte ich erneut den Yellowstone-Nationalpark, diesmal in Begleitung meines Sohns Leroy, den ich gerne als Geonauten-Nachwuchs betrachte. Wir erreichten den Nationalpark von San Francisco aus kommend und sind über Salt Lake City gefahren. Für die Strecke brauchten wir gut 2 Tage. Von meinen früheren Besuchen her kannte ich es, sofort nach Eintritt in den Park auf Bisons und Hirsche zu treffen, und hatte Leroy entsprechend heiß gemacht, doch diesmal wurden wir enttäuscht. Außer ein paar Rehen am Wegesrand präsentierten sich die Wiesen an den Flussufern erstaunlich tierleer. Dafür begeisterten uns die zahlreichen Heißwasserphänomene, allen voran die Geysire, für die einer der größten Vulkane der Welt bekannt ist.
Natürlich besuchten wir zuerst den Old Faithful, der für seine regelmäßigen Sprünge bekannt ist, die etwa in 90-minütigen Intervallen stattfinden. Allerdings kommen die Sprünge inzwischen weniger pünktlich als es vor 30 Jahren der Fall gewesen war. Und so brauchten wir bereits hier einiges an Geduld, denn bereits der erste Sprung verspätete sich um 40 Minuten. Dafür war er dann spektakulär und die Wasserfontäne schoss fast 50 Meter in die Höhe, dann noch im schönen Licht des Spätnachmittags.
In den folgenden Tagen standen Besuche der verschiedenen Geysir-Basins an und wir studierten die Heißwasserphänomene ausführlich. Im Yellowstone-Nationalpark gibt es über 10 000 hydrothermale Erscheinungen, darunter heiße Quellen, Schlammtöpfe und Dampfaustritte. Besonders bekannt ist der Park für seine mehr als 500 Geysire, was rund die Hälfte aller Geysire weltweit ausmacht. Damit ist Yellowstone das größte und aktivste Geysirgebiet der Erde. Neben dem Old Faithful begeisterten Grant-, Riverside- und Castle-Geyser mit ihren Ausbrüchen, wobei ich von letzterem etwas enttäuscht war: Der Wasserablauf hatte sich gegenüber früheren Jahren geändert und die kleinen Kalksinterstufen zwischen Aussichtsplattform und Geysir waren trockengefallen und unansehnlich geworden. Hinzu kam die große Unzuverlässigkeit bzw. schlechte Vorhersagbarkeit des Castle, so dass wir mehrmals bis zu 2 Stunden vergeblich auf eine Eruption warteten.
Besonders gut hat mir das Norris-Geyser-Basin mit seinen bunt schillernden Weiten gefallen, auch wenn der weltgrößte Geysir, Steamboat, natürlich nicht gesprungen ist. Im Norris Basin hat übrigens wieder eine Phase mit Bodenhebung eingesetzt – ein Indiz für Magmenmigration in der Tiefe. Mit diesem Wissen erscheint einem das Gebiet am spannendsten.
Letztendlich entdeckten wir bei unseren Fahrten durch den ältesten Nationalpark der Welt dann doch noch eine Bisonherde, am Ufer des Yellowstone Rivers, unterhalb der Lower Falls. Doch gegenüber früher scheint der Bestand an Bisons stark dezimiert zu sein, was nicht zuletzt einer Epidemie geschuldet ist, die vor wenigen Jahren unter den Tieren grassierte.
Da wir in den Sommerferien unterwegs waren, war der Park auch sehr voll und vor einigen überfüllten Parkplätzen bildeten sich lange Staus. Auch die Campingplätze waren gut gebucht, doch wenigstens hatten wir uns 4 Wochen vor Reiseantritt einen der letzten freien Plätze reserviert.
Trotz einiger Einschränkungen – früher war halt alles besser – ist der Yellowstone-Nationalpark immer noch eine Top-Adresse für Vulkanspotter und Naturbegeisterte.



